Auf welche Zukunft sollen wir hoffen?

Brief an die Nederlandse Taalunie

Von Ulrike Schwarz
Koordinatorin deutsch-niederländische Bildungszusammenarbeit NRW
22.06.2015
Sehr geehrte Damen und Herren,
Irritiert und entsetzt nehme ich die Diskussionen um die Nederlandse Taalunie wahr. Auf welche Zukunft sollen wir hoffen?

Seit Mitte der 90iger Jahre koordiniere ich für das Land Nordrheinwestfalen, speziell für die Bezirksregierung Münster, die deutsch-niederländische Bildungszusammenarbeit besonders im Grenzraum. Erst 2012 haben die Kommissarte des Königs der grenznahen Provinzen und die Regierungspräsidenten Köln, Düsseldorf und Münster appelliert die gemeinsamen Anstrengungen im Bildungsbereich zum Erlernen der Nachbarsprache zu forcieren. Die Folge waren gemeinsame Konferenzen. Es ist gelungen, mehr Schulen zu motivieren Niederländisch zu unterrichten. Besonders im Grenzraum bieten auch Grundschulen die Nachbarsprache Niederländisch an. Nordrheinwestfalen verzeichnet weiterhin steigende Zahlen bei Schülerinnen und Schülern, die Niederländisch lernen. Diese Erfolge verdanken wir besonders der finanziellen und fachkundigen Unterstützung der Taalunie , die Lehrerfortbildung, Qualifizierung für die Unterrichtserlaubnis Niederländisch, Materialentwicklung und Tandemprojekte ermöglicht hat. Über diese Vorhaben hat regelmäßig eine Steuergruppe beim Ministerium für Schule und Weiterbildung  Nordrheinwestfalen unter Beteiligung der Taalunie entschieden. Auch der deutsch-niederländische Ausschuss für den pädagogischen Austausch, eine Einrichtung der beiden Außenministerien war damit befasst. Leider hat von niederländischer Seite kein Treffen dieses Ausschusses seit 2013 stattgefunden.

Ohne die Unterstützung durch die Taalunie sind diese Entwicklungen gefährdet und das gerade in einer Zeit, wo in NRW Strukturen entwickelt werden durch die Einrichtung von Koordinierungsstellen, um Nachhaltigkeit zu gewährleisten: Wir wollen in jeder grenznahen Kommune eine Grundschule mit Niederländischangebot einen Anschluss im Niederländischunterricht in der Sekundarstufe I bilinguale Module im Sachfachunterricht (MINT) grenzüberschreitende Berufsorientierung und –ausbildung
Für diese Maßnahmen benötigen wir weiterhin die Unterstützung der Taalunie. Dann sehen auch wir Chancen, gerade in den Euregiogebieten positive Effekte für Wirtschaft und Arbeitsmarkt mit sprachlich und interkulturell gut ausgebildeten jungen Menschen in einem Europa ohne Grenzen zu erzielen.

Wir setzen weiterhin auf die hohe fachliche Kompetenz der Taalunie und deren Unterstützung.
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Één reactie op Auf welche Zukunft sollen wir hoffen?

  1. Kees van Eunen schreef:

    Ich kann nur kräftigst unterstützen, was Ulrike Schwarz hier vorbringt. Ich habe in einem vorigen Beitrag schon darauf hingewiesen, welche wichtige Rolle der Niederländischunterricht an deutschen Schulen spielt, und welche tragische Folgen das Beenden seiner inhaltlichen und finanziellen Unterstützung haben werden.

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